Das große Sommerinterview mit Henrik Stein

In der Spielfreien Zeit wollten wir mit Herren 1 Coach Henrik Stein über seine Basketballerische Vergangenheit sprechen.

Henrik, wie lange spielst du schon Basketball und was sind deine Erinnerungen daran?

Hallo, vielen Dank erstmal für die Anfrage für das Interview. Gerne erzähle ich darüber.

Angefangen habe ich mit 6 Jahren in Leimen. Dort habe ich dann alle Jugendmannschaften durchlaufen. Interessant wurde es dann so ab der U14. Denn da qualifiziert man sich nach der Saison für die Meisterschaften. Damals ging es über die Baden-württembergische Meisterschaft zur Süddeutschen bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Für uns war aber leider immer bei der Süddeutschen Schluss. Da war damals Speyer und Bamberg einfach eine Nummer zu groß. Es war aber trotzdem immer ein großer Spaß und immerhin wurden wir bis zur U19 immer Baden-württembergischer Meister. Das ist ja auch schon was.

In der Zeit spielte ich zusätzlich in der Landesauswahl. Da war ich so 15/ 16 Jahre alt. Der Höhepunkt war das Sichtungsturnier in Heidelberg bei dem man gegen die besten Spieler der anderen Bundesländer antritt. Wir erreichten den 4. Platz. Mir wurde die Ehre zuteil in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen zu werden. Da ging es allerdings dann nicht mehr weiter für mich. Die Konkurrenz war zu groß. Und in vielen Vereinen Deutschlands war die Jugendförderung deutlich besser mit der Schule abgestimmt. Da war es schwer mit den Jungs mitzuhalten die teilweise 2x am Tag trainierten.

Wann und wie bist du dann im Herrenbereich gelandet?

Da war ich so 16 Jahre alt. Gestartet habe ich in Leimen bei den Herren 2 die in der Oberliga spielten. Ich konnte schon echt gut mithalten. Eine Saison später durfte ich sogar schon bei den 1. Herren mittrainieren die damals in der 2. Bundesliga spielten. Zum Ende der Saison bekam ich regelmäßig Spielzeit. Am Ende konnten wir allerdings die Klasse nicht halten und sind in die Regionalliga abgestiegen.

Im Regionalligateam hatte ich trotz meines jungen Alters einen festen Stammplatz und durfte schon viel Verantwortung übernehmen.

Der Highlight dieser Zeit war mit Sicherheit die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga gegen den USC Heidelberg. Da war richtig Derbystimmung angesagt. Zu den 3 Spielen  waren jeweils über 1000 Zuschauer anwesend. Das war schon richtig cool vor so vielen Leuten zu spielen. Der USC schaffte dann den Aufstieg und ist bis heute Teil der Pro A.

Wie ging es dann weiter für dich?

Nach der Saison bekam ich ein Angebot vom USC und habe dann 2 Jahre in der 2. Bundesliga gespielt. Da war ich dann so 20/ 21 Jahre alt. In der Liga haben wir dann ein paar mal gegen Würzburg gespielt. Da spielte so ein 16 jähriger mit, der sich vor kurzem nach 21 Jahren aus der NBA verabschiedete.

Wie oft habt ihr damals trainiert? Und war das mit der Schule zu vereinbaren?

Ich bin ja mit 16 von der Realschule ab und habe nach der mittleren Reife direkt eine Friseurlehre angefangen. Nach der Lehre arbeitete ich in einem namhaften Salon in Neuenheim. Das ging zu Beginn ganz gut. Als ich dann beim USC in der 2. Liga spielte war das schon ne anstrengende Zeit. Wir trainierten 4x die Woche und meine Arbeitszeit ging immer von 9:00 – 18:30 Uhr. Das Training begann meistens um 19:00. Da musste ich mich dann echt beeilen. Vor allem war es meinem damaligen Coach egal was ich vorher gemacht habe. Wenn ich in der Halle stand zählte nur Leistung und Basketball. Das hat er mir auch mal deutlich zu verstehen gegeben. Doch mein sportlicher Ehrgeiz war größer, also hab ich es durchgezogen. Nach 2 Jahren 2. Bundesliga beim USC bin ich dann zurück nach Leimen in die Regionalliga gewechselt. Zum einen war der Zeitaufwand geringer und zum zweiten wollte ich einfach mehr Spielzeit. Denn nur von der Bank kommen war mir dann auf die Dauer zu wenig.

Und nach deiner aktiven Zeit bist du dann direkt auf die Trainerbank gewechselt?

Ja, eigentlich schon. Ich bin mit 36 nach Kirchheim gekommen und habe dort bei den Herren 2 in der Oberliga gespielt. Ich hatte Lust auf Basketball und fühlte mich noch fit genug zu spielen. In meinem dritten Jahr holten wir dann auch die Oberliga Meisterschaft nach Kirchheim. Das war ne super Truppe. Unser damaliger Coach Linus Lebugle zog es leider beruflich nach Wolfsburg und er ernannte mich sozusagen zu seinem Nachfolger. Und da ich im Juni dann meinen 40zigsten Geburtstag feierte dachte ich dann schon, dass es an der Zeit wäre. Also nahm ich das Angebot an und fing an die Herren 2 zu trainieren. Allerdings hatte ich schon ein wenig vorher angefangen die U 10 zu trainieren.

Haben dich die Jungs  direkt als Trainer akzeptiert oder gab es Probleme?

Überhaupt nicht. Das war super. Die Mannschaft setzte sich aus erfahrenen ehemaligen Regio Spielern und jungen Talenten zusammen. Das war von Anfang an eine sehr gute Zusammenarbeit. Als Coach hat es ebenfalls 3 Jahre gedauert bis wir wieder Oberliga Meister wurden. Es dauert dann doch immer ein bisschen bis sich alles zusammenfügt.

Nun hast du deine erste Saison als Herren 1 Trainer in Kirchheim hinter dir. Am Ende seid ihr auf dem 3. Platz gelandet. Wie ist dein Resümee?

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Es war ja ein etwas holpriger Sommer, da ganz lange nicht klar war ob überhaupt eine Mannschaft zu Stande kommen würde. Das Regioteam wurde zurückgezogen also sind wir in der Oberliga angetreten. Wir hatten so gut wie gar keine Vorbereitung, aber das Team war gut eingespielt und wir sind sehr gut in die Saison gestartet. Die Trainingsbeteiligung war ebenfalls sehr gut, sodass wir im Training gut arbeiten konnten. Im Laufe und vor allem zum Ende hin, stellt man doch die ein oder anderen Schwächen fest. Daran gilt es jetzt in der neuen Saison, mit einer hoffentlich besseren Vorbereitung, zu arbeiten. Ich bin auf jeden Fall top motiviert und hoffe das die Jungs mitziehen.

Das klingt ja super. Gibt es noch etwas abschließendes zu sagen?

Ja, ich hoffe das sich alle Spieler schnell entscheiden in Kirchheim weiterzuspielen und dass sich zu den Tryouts am 12.6 neue hungrige Spieler vorstellen. Mein Ziel als Trainer ist es auf jeden Fall oben mitzuspielen und bei gegebener Zeit den Aufstieg anzupeilen. Dafür brauch man motivierte Jungs die bereit sind alles zu geben. Der Flair der hier in Kirchheim herrscht ist schon was besonderes. Da wird zusammen gefeiert, gelacht, geschwitzt und gekämpft. So eine familiäre Atmosphäre findet man meiner Meinung nach nur noch ganz selten in den Vereinen. Es sind die Menschen die einen Verein zu dem machen was er ist. Und hier in Kirchheim gibt es ganz viele tolle Menschen.

Henrik,wir danken dir für die Zeit die du dir für das Interview genommen hast, und wünschen dir und deinem Team für neue Saison alles Gute.